Neues Tablet: Andorid vs iOS

Vor einiger Zeit habe ich mich mit dem Gedanken geschlagen, mir statt eines neuen Laptops – meiner ist inzwischen fast 6 Jahre alt und hat entsprechend seine Macken (physisch und performancemäßig) – einen dieser futuristisch wirkenden, an Star Trek erinnernden Tablet PCs zu kaufen. Und wie das bei solchen Entscheidungen nun mal immer ist, muss man sich zunächst einen gehörigen Marktüberblick verschaffen. Hach, was waren das noch für Zeiten, in denen Apple die einzigen brauchbaren Pads auf dem Markt angeboten hat. Das hat eine Menge Zeit gespart, gab es doch keine Alternativen. Allerdings wurde die Ersparnis an Zeit auch sogleich durch eine immense Mehrausgabe an finanziellen Mitteln überkompensiert. Sei es wie es sei, heute haben wir eine (zu) große Auswahl, mit allen dazugehörenden Pros und Cons für den Verbraucher.

Ich habe mich also hingesetzt und innerhalb meiner Möglichkeiten (fachlich, zeitlich, motivationsmäßig) eine Marktstudie betrieben. Pads verglichen, Preise recherchiert, Performance teils vor Ort getestet, teils aus Fachzeitschriften herausgelesen, und auch allerlei sonstiges nützliches versucht herauszufinden. Hier eine kurze, und ganz sicher unvollständige, vermutlich in 3 bis 7 Tagen längst überholte Zusammenstellung meiner Ergebnisse.

Zur Auswahl stehen bei Tablet PCs ja bekanntlich 2 große Alternativen: Apple oder Android. Also möchte ich mit einem kurzen Vergleich der Betriebssysteme starten, welcher auch zu Beginn meiner Recherche stand. Was für den Nutzer meines Erachtens am wichtigsten ist, ist die Bedienung eines solchen Geräts, also die Art und Weise, wie der Nutzer gedenkt damit umzugehen, und was er plant damit an Spielerein durchzuführen. Man stößt recht schnell auf den Punkt, dass in dieser Hinsicht Apples iOS und Google Android substantielle Unterschiede aufweisen. Wärend iOS (also sämtliche iPads) eine Oberfläche anbietet, die durch extremen Minimalismus geprägt ist, erfahren Nutzer von Andorid eine enorme Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten (entweder, indem sie selber tätig werden können und die Oberfläche mit Apps und Widgets nach eigenem Gutdünken schmücken können, oder, indem der Hersteller der Hardware dies für sie übernimmt). Möchte man also ein Gerät haben, bei man wirklich, und ich meine WIRKLICH eine intuitive und einfache Bedienung erleben möchte, dann kommt man kaum um ein iOS Gerät herum. Wer hingegen gerne etwas mehr herumprobiert, oder eine Oberfläche habenmöchte die auch direkt Informationen bereitstellt, ohne dazu erst die entsprechenden Apps öffnen zu müssen (Wetter, Aktien, News, Termine, weiß der Geier was), der sollte sich Android zuwenden. Natürlich, wie schon zu Beginn angekündigt, ist das nicht die komplette Story, aber jedenfalls das, was mich am meisten Interessiert hat. Darüber hinaus gibt es natürlich auch eine ganz eigene Diskussion über die Performance der Systeme an sich. Während Apple hier davon profitiert, dass die Software direkt an die Hardware angepasst ist und dadurch im Vergleich mitunter immense Unterschiede in Geschwindigkeit, Flüssigkeit und Qualität zu sehen sind, profitiert Andorid davon, dass unterschiedliche Hersteller (HTC, Samsung, Acer, etc.) auch ganz unterschiedliche Herangehensweisen an die Nutzung der Hardware, also der Tablets, verfolgen und somit auch unterschiedliche Features anbieten, die bei Apple nicht zu finden sind (nur ein Beispiel ist das Samsung Galaxy Note), allerdings dadurch manches Mals auf Kosten der Qualität oder Performance im Allgemeinen.  Zusammenfassend hierzu kann ich sagen, dass iOS enorm schnell ist (insbesondere auf den neuesten Geräten der iPad Serie, das ist echt der Wahnsinn), Android hat hier doch das Nachsehen (z.B. ruckeliges Bild beim wechseln der Desktops), punktet aber mit einer insgesamt ansprechenderen, weil flexibleren Oberfläche. (Um alles über Android zu lernen würde ich pauschal sagen das dieses c’t Sonderheft eine gute Wahl ist)

Der nächste Punkt von Interesse ist die zur Verfügung stehende Vielfalt an Apps und Nutzungsmöglichkeiten. Auch hierbei machen sich große Unterschiede zwischen iOS und Android breit. Während Apple auf den voll integrierten und komplett durch Apple überwachten Zulieferweg setzt und Programme dafür (recht strengen) Qualitätsrichtlinien unterliegen, ist Android deutlich freier. Die Konsequenz ist, dass iOS Apps eine, in meinen Augen, durchschnittlich deutlich bessere Qualität aufweisen als bei Android. Das liegt auch daran, dass der Kundenkreis für Appleprodukte (auch bedingt durch den Vertriebsweg der Produkte als mobile Endgeräte mit Abrechnung über den Apple Store) direkt und ohne große Umwege, oder anders gesagt bereits vorinstalliert, eine Anbindung an Bezahldienste haben. Die Klientel hat also einfachsten Zugang zu paid content wie kostenpflichtigen Apps, Büchern, Musik, Zeitungen, etc. Und wenn wir eines aus der Diskussion um inhalte im Netz aus der letzten Zeit gelernt haben, dann, dass bezahlte Inhalte den kostenfreien oft in Qualität einiges voraus sind. Nicht aus Prinzip, aber natürlich “können” bessere Produkte hergestellt werden, wenn die Hersteller dafür auch bezahlt werden. Google geht eher den weg (und zwar auf breiter Front fast aller Google Dienste) diese Produkte kostenfrei anzubieten. Und so ist auch die Philosophie hinter Googles Play Store eine andere als bei Apple. Zwar werden – mehr und mehr – kostenpflichtige Apps in auch entsprechenden Qualität angeboten, doch das gros der Apps ist kostenfrei nutzbar. Leider findet sich dadurch auch eine Menge Schund und Ausschuss unter ihnen, da muss der Benutzer doch recht genau drauf achten, was er sich herunter lädt. Insgesamt soll das aber nicht heißen, dass man nicht auch mit Android Geräten gute Nutzererfahrungen sammeln kann, ganz im Gegenteil. Nur eben die Philosophie hinter den Produkten scheint eine andere zu sein, und das merkt man. (mehr dazu hier, hier, hier und hier) (und ein genereller Vergleich von Android und iOS hier bei heise.de) (und eine nette Infografik: Welche Nutzer sind glücklicher) (es gibt natürlich auch Stimmen, die sagen, dass Android schlicht besser ist als iOS).

So, nun aber genug der Herumschwafelei. Nicht zu unterschätzen ist natürlich auch der direkte vergleich der Hardware, also der Endgeräte. Ich muss eingestehen, dass ich diesen Vergleich eher von einer Leihen Position aus durchgeführt habe (meine tieferen Kenntnisse von Computer-Hardware liegen bereits einige Jahre zurück), aber ich verstehe dennoch ein bisschen davon. Also, was waren für mich die Kriterien? Displaygröße, Displayqualität, Prozessor, Speicher, Anschlüsse, Zubehör. Das war’s im Wesentlichen. Dann mal los.

Was das Display angeht, bieten ja momentan eigentlich alle Anbieter 3 verschiedene Größen an. Smartphonegröße (ca. 5 Zoll), Tabletgröße (ca. 10 Zoll) und ein Zwischending (ca. 7 Zoll). Natürlich variieren die einzelnen Hersteller da etwas, aber ich denke darauf kann man es herunter brechen. Da ich mich ja für ein Tablet interessiert habe, fiel die kleinste Variante schon mal außen vor. Also nur noch die Wahl zwischen “Handtaschengröße” oder “Sofagröße”. Da ich selten eine Handtasche trage, und zudem das Tabelt gedenke auf dem Sofa (und im Bett) als bequemere Alternative zum Notebook zu nutzen, bin ich schnell zu dem Schluss gekommen, dass es ein 10 Zoll Gerät sein soll. Nichts gegen 7 Zoll, aber für meine Belange etwas klein. Nichts desto trotz, wer ein Gerät haben möchte, um in der Bahn, an der Bushaltestelle, oder eben unterwegs mal eben Zwischendurch etwas lesen zu könne, im Netz zu surfen, oder sonstiges zu tun, für den sind 7 Zoll OK. Wer aber den etwas besseren Komfort eines größeren Displays genießen möchte, ohne sich durch das höhere Gewicht stören zu lassen, für den halte ich persönlich 10 Zoll für geeigneter.

Die Display Qualität ist (also Auflösung, Helligkeit, Kontrast, etc.) ist da schon ein schwierigeres Thema. Um mich da kurz zu fassen: Ich empfehle die Lektüre der Zeitschrift Test (Stiftung Warentest vom Dezember 2012). Aber auch ansonsten lassen sich zu diesem Thema viele nützliche Infos im Web finden (was sind die Hardware-Unterschiede, Tablets im Vergleich, und noch ein Vergleich, und noch einer, und ein Vergleich der Displays). Aus meiner Perspektive kann ich nur sagen: Apples Retina Display ist schon einsame Spitze. Aber ganz ehrlich: Wer braucht so eine Auflösung auf einem Tablet PC? Ich jedenfalls nicht. Und daher bin ich auch nicht bereit dafür einen entsprechenden Aufpreis zu zahlen. Die normale Auflösung herkömmlicher Pads reicht mir vollkommen aus. Die anderen Charakteristiken sollte sich jeder am besten selber anschauen. Ich bin da nicht in der Lage ein pauschales Urteil abzugeben. Einfach in den nächsten Elektronikladen gehen und gucken. Da fällt einem immer schon ganz gut auf, worauf es ankommt. Ansonsten bietet, wie immer, heise.de einige gute Hintergrundinfos: hier und hier. Aber auch andere bieten einen wirklich guten Überblick. displaymate.com bietet einen wirklich guten Vergleich über Displays verschiedener Modelle, cnet.com ebenso, aber auch gizmag.com und natürlich gizmodo.com haben fachlich sehr gute Artikel im Angebot.

Was ist aber mit der Leistung des Gerätes? Ich habe für mich festgestellt, dass man darauf schon achten sollte. Tablets mit “alten” oder “langsamen” Kernen haben bereits heute das klare Nachsehen in Bedienbarkeit und Komfort. Was soll dann daraus erst in ein paar Monaten (oder gar Jahren) werden? Es lohnt sich wirklich bei der Tablet-Auswahl auf den Prozessor zu achten. Mehr dazu hier, hier, hier und hier.

Die letzten drei Punkte kann man eigentlich zusammen abhaken. Was die Ausstattung der Geräte mit Speicher angeht unterscheiden sich Apple und Andorid nicht wirklich. Es gibt sie zwischen 16 und 64GB. Und ich denke, dass es eine individuelle Entscheidung ist, wie viel Speicher man braucht. Hängt einfach davon ab, wie viel Daten man darauf Speichern will (Filme, Musik, etc.). Und in Zeiten von Cloud-Speichern ist das ohnehin ein Thema, was demnächst (zumindest zum Teil) der Vergangenheit angehört. Ich habe mich letztendlich für 16BG entschieden. Allerdings aus einem ganz bestimmten Grund. Das Android-Gerät meiner Wahl hat die Möglichkeit den Speicher durch Micro-SD Karten zu erweitern und so beliebig viele Daten verfügbar zu haben. Das ist bei vielen (den meisten Android Geräten der Fall). Wer sich für ein iPad entscheidet hat diesen Luxus allerdings nicht. Auch die weitere Ausstattung von Android-Geräten mit externen Anschlüssen ist meines Erachtens besser als bei Apple. Je nach Gerät bieten sie USB, HDMI, Speicherkarten und sonstige Anschlüsse. Alles Dinge, die man bei Apple vermissen muss, oder mit teils teuren Adaptern nachkaufen kann. Wenn also derartige Anschlüsse wichtig sind, dann lohnt sich ein genauerer Blick auf die Ausstattung diesbezüglich allemal. Was bleibt ist die Verfügbarkeit von Zubehör. Da muss mein neidlos eingestehen, dass Apple hier die Nase Kilometerweit vorne hat. Es gibt einfach alles für iPads. und zwar sofort nach Markteinführung. Bewundernswert. Auch die Preisspanne dabei ist OK. Von billig und schlecht über billig und gut bis hin zu sehr teuer und perfekt kann man alles für alle Zwecke kaufen. Das geht den meisten Android-Geräten leider ab. Aber die großen Hersteller ziehen hier gehörig nach und so ist das Angebot (z.b Hülle, Displayschutzfolien, Taschen, etc.) doch stark gestiegen. Auch die Qualität ist OK. Trotzdem, an die riesige Auswahl an Zubehör für Apple-Produkte kommen sie nicht heran. Wen’s interessiert. Es lohnt sich sicher eine produktspezifische Recherche bei amazon, ebay und Co.

So, das war’s eigentlich. Ich habe nichts mehr dazu zu sagen. Ach ja, eins noch. Ich habe mich letztendlich zwischen 3 Geräten entscheiden müssen: das iPad 4, das Samsung Galaxy Note und das Galaxy Tab 2. Meine Wahl fiel (in erster Linie aus preislichen Gründen) auf das letztere. Bisher bin ich damit super zufrieden. Dem Galaxy Tab 2 fehlt nichts, was sein großer Bruder (Galaxy Note) zu bieten hätte, außer natürlich der Eingabestift und die zugehörige Software. Die waren für mich aber nicht so wichtig. Und auch das leichte Manko in Bezug auf Performance (im Vergleich zum Note und iPad ist es doch merklich langsamer) stört mich nicht. Wie schon gesagt, der Preis hat bei mir den Ausschlag gegeben. Und da war ich einfach nicht bereit für diese kleinen Makel einen großen Haufen mehr Geld in die Hand zu nehmen. Und wen es interessiert, hier noch ein Wergleich von Tablets in der Wikipedia.

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